Von Ilsenburg auf den Brocken
Diese Wanderung habe ich zusammen mit meinem Papa gemacht. Als wir in Ilsenburg angekommen sind, war das Wetter mal wieder ein freundliches Grau und der Brocken hing tief in den Wolken. Da nun das Ziel zwar geplant war, aber nicht in Sicht, machten wir uns auf für mich altbekannte Wege…
Zahlen, Daten, Fakten
Wegbeschreibung
Aber fangen wir vorne an. Wir sind tatsächlich sehr früh gestartet. Gegen 8 Uhr sind wir am noch leeren Wanderparkplatz in Ilsenburg angekommen. Rucksäcke waren gepackt, die Schuhe an, also konnte es losgehen.
Für mich ging es über alt bekannte Wege durch das Ilsetal und den Heinrich-Heine-Weg sehr schnell bis zu den oberen Ilsefällen. Für mein Papa war der Weg neu und er ist mindestens genau so begeistert wie ich vom Ilsetal. Wir waren in 45 Minuten an der Bremer Hütte und hatten damit die geplante Zeit von Komoot schon um einiges unterboten. Hier gab es für uns die erste Brotzeit. Frisch gestärkt sollte es weiter gehen bis zu Stempelsbuche.
Bis zur Stempelsbuche sind es knapp 1,2km die leicht bergauf gehen und über einen leicht felsigen Waldweg führen. Durch den Regen in den vorherigen Tagen mussten wir etwas Slalom laufen, aber es gibt schlimmeres.Stellt euch mal vor einer von uns wäre in der Pfütze gelandet?
An der Stempelsbuche angekommen, gab es für mich den ersten Stempel des Tages, denn die oberen Ilsefälle waren ja schon im Stemelheft. Wir konnten schon einen Blick auf den Weg der vor uns liegt werfen und ich entschied mich auch dafür die Wanderstöcke zu nutzen, denn es kamen einige Schneefelder in Sicht und die Steigung war auch nicht außer Acht zu lassen.
Der Weg führte weiter über eine alte Panzerplattenstraße immer weiter Richtung Gipfel. Von der Stempelsbuche bis zum Gipfel sind es knapp 4,5km.
Die ersten Meter auf dem Weg sind noch gut zu laufen und wir kommen weiterhin schnell voran. Zumindest bis zur Hermannsklippe, denn hier macht der Weg einen Knick nach links und dann geht es los mit den Steigungungen. Teilweise hat der Weg hier bis zu 20% Steigung. Mittlerweile ist der gesamte Weg von Schnee bedeckt, der leider auch schon sehr angetaut ist und matschig, der das Wandern nicht gerade einfach macht. So langsam fange ich innerlich an zu fluchen. „Warum habe ich den Weg nicht im Sommer gemacht?“ Bei Schnee ist er wirklich nicht ohne. Aber egal, wir sind jetzt unterwegs und der Gipfel ist das Ziel.
So langsam schnaufe ich wahrscheinlich so schlimm, wie die Brockenbahn den Berg hoch, als ich endlich auf dem Weg 1000m über NN lese. Vorfreude pur. Nur noch knapp 150HM bis zum Gipfel. Papa war sogar der Meinung nur noch 50 HM, aber der Zahn musste ich ihm ziehen. Denn schließlich ist der Brocken ja 1142m hoch.
Je weiter wir Richtung Gipfel kommen, desto kälter wird es und das Brockenklima macht seinem Namen alle Ehre. Isländisches Klima herrscht hier wirklich. Aber auch von hier ist der Gipfel immer noch nicht in Sicht.
Je dichter wir dem Gipfel kommen, desto mehr Wanderer kommen uns entgegen und schwärmen vom herrlichen Wetter auf dem Brockengipfel. Mein Papa und ich wollen das tatsächlich nicht glauben, da es ja immer noch grau in grau ist und die Wolken super tief hängen.
Meine Haare sind mittlerweile auch eingefroren. Aber immerhin friere ich nicht. Warm eingepackt geht es immer weiter Richtung Gipfel. Als wir an den Gleisen der Brockenbahn ankommen klart der Himmel doch tatsächlich auf und wir erhaschen den ersten Blick auf den Gipfel und das 200m vor dem Ziel. Ab hier geht es weiter über Sand und Felsen bis zum Gipfel. Dank Corona hat der Brockenwirt und das Brockenhaus zu und wir packen unsere Brotzeit aus dem Rucksack aus. Gerade noch einen windgeschützten Platz gefunden, denn der weht hier oben ordentlich. Der Gipfel ist schon wieder in den Wolken verschwunden und wir genießen die Pause nach dem Aufstieg. Nach der Erholung ging es für mich zum Stempeln vom Brockenhaus. Der Sonderstempel vom Brockengarten war leider defekt.
Die Sonne kämpfte sich wieder durch die Wolken und wir genossen den Gipfel kurz bei blauem Himmel. Aber verdammt, jetzt wurde es richtig kalt. Die Finger taten sofort weh und ich fing auch an zu zittern, also schnell wieder in die Handschuhe und weiter.
Natürlich durfte das typische Gipfelfoto nicht fehlen.
Oben wehte eine ordentliche Brise, sodass wir die Wanderkarte nicht mehr gecheckt haben. Hätten wir das bloß gemacht, denn das hätte uns ein paar Kilometer gespart. Also ging es auf den Rückweg nach Ilsenburg.
Wir stiegen wieder ab bis zur Stempelsbuche. Was wir gar nicht gemusst hätten, aber hinterher ist man immer schlauer.
Also mein Tipp: Ihr lauft bis zur Hermannsklippe zurück und steigt dann über den Hirtensteig weiter ab bis zur Rangerstation Scharfenstein. Ihr kommt dann dirket an der Rangerstation raus.
Wir sind dann ab der Stempelsbuche über eine Forststraße bis zur Kegelbahn gelaufen und wieder bis zur Rangerstation den Berg hoch gelaufen. Aber im Vergleich zur Steigung auf dem Hirtensteig ist das hier ganz entspannt.
Auch die Rangerstation war leider geschlossen.Aber das ist mittlerweile ein Glück wieder anders. Also schnell den Stempel ins Heft und noch eine kurze Trinkpause und weiter geht es wieder zurück nach Ilsenburg.
An den oberen Ilsefällen angekommen haben wir uns diesmal für die breite Forststraße und nicht für den Heinrich-Heine-Weg entschieden. Mittlerweile waren auch hier viele Wanderer unterwegs und wir konnten über die Forststraße schneller zum Auto absteigen.
Nach kanpp 7h mit einigen Pausen für Fotos, Fluchen und Brotzeit sind wir wieder am Auto angekommen und es geht zurück zu meinen Eltern.
Fazit
Dieser Weg war mein persönlicher Endgegegner. Zumindest die Schneefelder, die Panzerplattenstraße und die Steigung auf dem Hirtenstieg. Und was auch extrem auf die Motivation gedrückt hat, war, dass man das Ziel wirklich erst kurz vor knapp das erste Mal gesehen hat.
Aber… Die Wanderung ist sonst wunderschön mit vielen Fotohighlihts und abwechslungsreichen Wegen. Für mich nehme ich mit noch genauer den Weg zu studieren und nicht unnötige Umwege zu laufen.
Es gibt hier auch wieder eine Einkehrmöglichkeit oben auf dem Brocken. Wenn man nicht wie wir Pause draußen machen muss, lässt es sich bestimmt auch länger als 25 Minuten auf dem Gipfel aushalten. Ich würde den Weg gerne noch einmal im Sommer laufen oder zumindest, wenn der Gipfel schneefrei ist.
Bis dahin wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Nachwandern. Solltet ihr Fragen zur Tour oder auch zu meiner Ausrüstung für die Tour haben, schreibt gerne ein Kommentar oder nutzt das Kontaktformular.