Sicherheitshinweis: Die hier genannten Medikamente sind nur eine Empfehlung und ersetzen keinesfalls eine Beratung beim Arzt oder beim Apotheker. Dieser Ratgeber dient lediglich als Hilfestellung für die Beratung.
Am Liebsten würde ich den halben Schrank an Medikamenten auf der Intensivstation mitnehmen, denn man weiß ja nie was so passiert. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Aber das geht beim Wandern natürlich nicht in dem Ausmaß. Da ich mittlerweile sehr gewichtsbewusst wandern gehe, achte ich auch darauf, dass die Wanderapotheke nicht aus dem Ruder läuft und ich nur eine geringe Menge an Medikamenten dabei habe. Wir können auf einer Wanderung von so ziemlich vielem überrrascht werden, sei es nun das Wetter und man steht plötzlich im Regen oder aber man hat das Essen auf der ltzten Hütte nicht vertragen. Daher möchte ich euch einige Dinge für eure Wanderapotheke mit an die Hand geben, damit ihr für den Ernstfall gut gerüstet seit und nicht den Apotheker Schrank aus dem Badezimmer mit auf den Berg nehmen müsst. Ganz wichtig: Eure körperliche und auch seelische Gesundheit gehen vor!
Also falls es nun doch zu Insektenstichen, dem Magendarminfekt oder der Allergie kommen sollte, bist du mit dieser Wanderapotheke immer auf der sicheren Seite. Und im Zweifel, lieber die Wanderung abbrechen und Hilfe rufen.
Was gehört in die Wanderapotheke?
1. persönliche Medikamente
Ichhabe leider Erkrankungen, die die regelmäßige Einnahmen von Medikamenten unverzichtbar machen. Normalerweise nehme ich immer entweder die ganze Packung oder aber einen Blister (das sind die einzelnen Streifen mit den Tabletten) mit. Beim Wandern zähle ich genau ab, wie viel ich wovon brauche und nehme höchstens eins zum Puffer mit, denn es ja kann ja mal etwas länger dauern.
2. Ibuprofen
Von vielen wird Ibuprofen verteufelt, aber wenn wir es ganz genau nehmen, dannhat jedes Medikament Nebenwirkungen. Die Wirkung von Ibuprofen ist aber nicht außer acht zu lassen. Denn es kann Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und Fieber senken, als ein echtes Allround Talent. Auch bei Migräne oder den ersten Anzeichen von Migräne kann Iburpofen einen Anfall oft noch sehr gut verhindern. Auch hier habe ich maximal 4 Tabletten auf Fernwanderungen dabei. Denn wenn ich Schmerzen, die eine Einnahme von einem schmerzmittel erfordern, oder Fieber habe sollte ich meine Wanderung abbrechen. Eure Gesundheit kann euch keiner Wiedergeben.
3. etwas gegen Durchfall
Oder wie wir im Norden sagen…Flotter Otto, Sprühpups… Ach ich könnte noch ganz viele Namen aufzählen, aber darum geht es nicht wie man nun Durchfall bezeichnet. Wichtig ist das eure Wanderapotheke ein Mittel dagegen enthält und nicht in die Hose geht. Das bekannteste Mittel ist wahrscheinlich Immodium. Das gute daran ist, ihr könnt es euch als Schmelztablette einfach unter die Zunge legen und warten bis die Wirkung eintritt. Aber was mindestens genau so gut wirkt ist Loperamid. Daher ein kleiner Pro Tipp. In den Apotheken werden euch häufig die teueren Medikamente verkauft. Wenn ihr nun aber den Wirkstoff kennt, dann kauft den entsprechenden Wirkstoff und spart somit etwas für eure Wanderkasse und vielleicht den Kaiserschmarrn auf der Hütte. Das wäre zumindest mein Essen der Wahl.
4. etwas gegen Reiseübelkeit
Im schlimmsten Fall, kommt es oben unten gleichzeitig raus. Absolutes Worst Case Szenario. Das möchte man nicht erleben. Und falls doch hilft nur etwas gegen Reiseübelkeit. Auch das bekommt ihr alles frei verkäuflich in der Apotheke. Kleiner Hinweis, die meisten Medikamente gegen Übelkeit machen müde und man darf häufig nicht mehr Auto fahren, also immer schön die Packungsbeilage lesen.
5. Magnesium
Wer von uns kennt es nichts… Man wacht mitten in der Nacht auf und hat einen stechenden Schmerz in der Wade. Ein Wadenkrampf kann echt doll wehtun und auch etwas Nachwirken. Und um das ganze zu Verhindern sollte man immer Magnesium dabei haben. Aber nicht nur Magnesium hilft gegen Krämpfe, sondern auch Dehnen und lockern der Muskeln. Wie ihr Magnesium zu euch nehmt ist ganz euch überlassen. Ob als Brausetablette oder Pulver hauptsache ihr nehmt es, wenn ihr zu Krämpfen nach dem Wadern neigt als Prophylaxe. Auch hier wieder wichtig zu wissen, wer zu viel Magnesium zu sich nimmt kann evtl. auch darauf wieder mit Durchfall drauf reagiern.
6. eine kleine Tube Fenistil
Euch hat etwas gestochen und es juckt fürchterlich. Da hilft Fenistil sehr gut. Oder ihr habt die sogenannte Wanderkrätze. Auch da hilft Fenistil sehr gut. Ich kann da leider aus Erfahrung sprechen, denn auf meiner ersten Fernwanderung habe ich am Tag 3 ganz schlimm damit zu kämpfen gehabt und kam am Anfang der Nacht nicht zur Ruhe. Eine kleine Tube ist in den meisten Fällen ausreichend, denn bei Cremes gilt nicht das Motto viel hilft viel. Eine dünne Schicht ist oft ausreichend.
Und sollte euch mal ein Sonnenbrand getroffen haben, auch dagegen kann eine dünne Schicht Fenistil Wunder wirken.
7. etwas gegen Allergie
Irgendwas gegen Allergie sollte immer dabei sein. Egal worauf ihr allergisch reagiert, im schlimmsten Fall kann das tödlich enden. Ich möchte euch jetzt hier keine Angst machen, aber bis euch evtl. in den Bergen Hilfe erreicht ist oft viel Zeit vergangen. Jemand der extrem allergisch bspw. auf Stiche von Bienen reagiert hat in der Regel ein Notfallset dabei. Also besprecht solche Dinge mit euren Wanderpartner, damit ihr auch wisst wo das Set ist. Aber bei einer leichten allergischen Reaktion oder auch dem Heuschnupfen reicht ein Antihistaminikum aus. Auch hier wieder die Packungsbeilage lesen und prüfen ob es evtl. eure Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt.
8. Heat it
Über den Heat it, oder auch Stichheiler habe ich schon ganz ausführlich im Blogbeitrag Mückenschutz und erste Hilfe bei Mückenstichen berichtet. Deswegen erzähle ich hier dazu nichts mehr.
9.Antimückenspray
Auch hier gibt es einige Empfehlung im vorher genannten Blogartikel.
10. Blasenpflaster
Auch hierzu gibt es schon einen gesonderten Blogpost, denn eigentlich gehört es in den erste Hilfe Bereich. Deswegen schaut in den Blogpost für was gehört in ein erste Hilfe Set.
11. Sonnenschutz
Sonnenschutz gehört sowohl ins Erste Hilfe Set als auch in die Wanderapotheke. Es ist auch wieder mulitfunktional. Denn Sonnenschutz zählt auch wieder in den Bereich Vorbeugung! Ihr solltet euch schon in eurer Unterkunft oder im Zelt bevor ihr raus geht euch einschmieren. Alle kennen es bestimmt, wenn man extrem schitzt beim Wandern und einem die Sonnencreme ins Auge läuft, weil man sich viel zu spät eingecremt hat. Deswegen so früh wie möglich und dann regelmäßig nachcremen. Gerade, wenn ihr in höheren Gefilden unterwegs seit, achtet darauf, dass ihr einen hohen Lichtschutzfaktor verwendet. Und Sonnenbrand möchte eben niemand und die Gefahr daraus, an Hautkrebs zu erkranken.
12. Wasser
Wasser solltet ihr immer dabei haben. Wenn nicht, dann zumindest einen Wasserfilter, damit ihr euch Flüssigkeit besorgen könnt. Pro Tag sollten mindestens 2 beim Wandern eher 3 Liter getrunken werden. Und solltet ihr einen Notfall haben, solltet ihr eure Medikamente mit einem Schluck Wasser einnehmen. Sollten es Schmelztabletten oder bspw. Magnesiumsticks haben braucht ihr kein Wasser. Also plant immer genug Wasser bzw. Flüssigkeit ein!
13. Traubenzucker
Ich habe immer Traubenzucker dabei. Wandern kann oft sehr anstrengend sein und der Blutzuckerspiegel geht runter, wenn man nicht regelmäßig etwas isst. Solltet ihr doch einmal das Gefühl haben zu unterzuckern, dann hilft ein Traubenzucker besonders schnell. Und viel Gewiht hat so ein Traubenzucker auch nicht.
Ich habe meine Wanderapotheke immer dabei, egal ob Fernwanderung oder Tageswanderung, denn passieren kann immer was. Je nach Region kann sich der Inhalt etwas unterscheiden. Seit ihr in einem Land mit einer guten Infrastruktur unterwegs, ist eure Apotheke deutlich geringer, als in einem schwach entwickelten Land. Oder auch durch spezielle Erkrankungen wie beispielweise Malaria kann sich eure Apotheke ändern.
Fehlt euch etwas? Dann hinterlasst gerne ein Kommentar. Auch bei Fragen diene ich euch gern als Ansprechpartnerin. Und nun wünsche ich euch ganz viel Spaß bei eurer nächsten Wanderung.